Oh, was könnten wir Erwachsene doch für wundervolle Kinder sein...

Stefan Behr



Das Theater Anu wurde 1998 in Heppenheim an der Bergstraße gegründet. Unter der Leitung des Regisseurs Stefan Behr beschäftigt sich die Compagnie mit Inszenierungen im Öffentlichen Raum. Ihre Arbeit versteht sie als eine Suche nach poetischen und sinnlichen Formen des Theaters.

Die Inszenierungen von Stefan Behr sind Traumspiele, die mit visuell poetischen Bildern verzaubern, aber auch nachdenklich machen wollen und Raum für eigene Assoziationen lassen.

Mit den Inszenierungen „Der Mond“ (1998) und „Der Sonnenwagen“ (2001) hat sich das Theater Anu mit Mythen von Ovid und den Gebrüdern Grimm auseinandergesetzt. Diesen „alten“ Geschichten Bedeutung abzuringen, sie durch Transformation für die heutige Zeit lebendig und interessant zu machen, darin sieht die Gruppe eine wichtige Aufgabe ihrer Arbeit.

„Die Figuren des Dramas sind nichts anderes als Gespenster, die auf Erlösung warten. Allabendlich sind sie dazu verbannt, auf der Bühne des Theaters zu erscheinen und ihr Versuchen und Scheitern zu durchleben.“…
„Theater – das sind die ewigen Geschichten, die auf Erlösung warten – nicht auf der Bühne können sie erlöst werden, sondern nur in unserer Welt.“
(Stefan Behr in „Sommernachtsschnee“, Heppenheim 2002)

Mit „Lichtspuren“ (2005) und „Die große Reise“ (2007) entstanden geheimnisvolle und magische Orte, die fernen Welten entsprungen zu sein scheinen. Wer genau hinsieht und hinhört erkennt jedoch, dass sie auf wundersame Weise von der Welt der Menschen erzählen. Die Verbindung von Installation und Schauspiel machen die Inszenierungen zu vielfältigen und vielschichtigen Erfahrungsräumen für den Besucher. Die Grenzen zwischen Zuschauer und Bühne sind aufgelöst. Wer sich auf diese (be-)sinnlichen Welten einlässt, kann in ihre einzigartigen Atmosphären eintauchen und sich von ihnen verzaubern, ja verwandeln lassen.

Die neuste Produktion von Theater Anu spielt mit dem Moment einer unerwarteten Begegnung: Der Eilende, der Tourist, der Flanierende – sie entdecken inmitten der Stadt auf Balkonen oder Dächern sitzende, lebendige „Engel“ (2008). Eine stumme Intervention in der lärmenden Stadt – ein ruhender Pol in einer geschäftigen Welt – ein einfaches Bild.

Produktionen:

2008 Der Lampenträumer
2008 Engel - eine theatrale Installation
2007 Die Große Reise -  Begegnungen im Lichterlabyrinth
2005 Lichtspuren  - eine poetische Parkbespielung
2001 Der Sonnenwagen -  Schattentheater auf Gebäudefassaden: Phaethons Flug nach Ovid
1998 Der Mond -  ein poetisches Stelzentheater nach einem grimmschen Märchenmotiv

Ausgewählte Festivals bei denen Theater Anu zu Gast war:

„Ruhrfestspiele“ Recklinghausen, „Téte â Téte“ in Rastatt, „La Piazza“ in Augsburg, „Internationales Sommerspektakel“ Braunschweig, „La Strada” in Bremen, „Kulturufer” in Friedrichshafen, „Memminger Meile“, „Kölner Sommer“, „Gassensensationen“ in Heppenheim, „Leuven in Scene" in Belgien, „Fringe Festival“ in Luzern, „Altstadtfest“ in Wien, „Internationales Schattentheaterfestival“ in Schwäbisch Gmünd u.a.

2005 gewann das Theater Anu mit der Inszenierung „Lichtspuren“ den wichtigsten deutschen Straßentheaterpreis in Holzminden.